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ſo vollſtändig den Geſchöpfen hingegeben, ſo unvollſtändig dem Schöpfer hinzugeben.
Ihr wißt nun von meinem vergangenen und inneren Leben, was Ihr davon erfahren könnt; von meinem ge⸗ genwärtigen und äußeren Leben vernehmet, was ich davon ſagen kann.
Ich bewohne, nicht in einem Kloſter, ſondern in einer auf der Mitte einer Anhöhe erbauten Einſiedelei, ein Zim⸗ mer mit geweißten Wänden, ohne eine andere Zierath, als das Portrait eines Köͤnigs, für den ich eine ganz be⸗ ſondere Verehrung hege, und einen elfenbeinernen Chri⸗ ſtus, ein Meiſterwerk des ſechszehnten Jahrhunderts, das mir meine Mutter geſchenkt hat.
Mein Fenſter, ganz geſchmückt mit einem ungeheuren Jasmin, deſſen mit Bluͤthen beladene Zweige in mein Zimmer gehen und dieſes mit Wohlgerüchen erfüllen, öffnet ſich gegen Sonnenaufgang und wahrſcheinlich gegen den Punkt des Horizonts, wo Ihr wohnt, denn ich ſehe von fern und in einem geraden Fluge unſere Taube herbeikommen, die ich in derſelben Richtung wieder abgehen ſehe, indem ich ihr in den Lüften bis auf die Entfernung von unge⸗ fähr einer Viertelmeile folge, worauf ſich der Punkt, der dieſelbe vorſtellt und der unabläſſig abgenommen hat, mit dem azurblauen Firmament oder mit der gräulichen Wolke verſchmilzt, je nachdem der Himmel rein oder ne⸗ belig iſt. Die Morgendämmerung hat für mich ganz eigenthümliche Reize; ſie rühren von der Beſchaffenheit des Terrain her, das die Landſchaft bildet, welche mein Blick umfaſſen kann, und die ich Euch zu ſchildern ver⸗ ſuchen will.
Mein Horizont iſt im Süden geſchloſſen durch die große Kette der Pyrenäen mit den veilchenblauen Flan⸗ ken und den ſchneebedeckten Gipfeln; im Oſten durch eine Widerlage von Hügeln, die ſich, immer mehr ſich erhe⸗ bend, ein zweites Kettenglied, dieſer Hauptkette anſchließt; im Norden endlich dehnt ſich, ſo weit das Auge reichen


