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Die Taube : zwei Bändchen / von Alexandre Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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Achter Brief.

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Am 13. Mai.

Derjenige, welchen Ihr liebtet, iſt geſtorben, darum habt Ihr noch Thränen, diejenige, welche ich liebte, hat mich verrathen, darum habe ich keine mehr.

Sprecht mir von ihm, ſo lange Ihr wollt, verlangt nicht von mir, daß ich von ihr ſpreche.

Seit vier Jahren bewohne ich ein Kloſter, und den⸗

noch bin ich noch nicht Prieſter.

Warum dies? werdet Ihr mich fragen. Ich will es

Euch ſagen.. 2 Als ihre Liebe, das letzte Band, welches mich an das

Leben feſſelte, mir geraubt war, verſank ich in eine ſolche

Verzweiſlung, daß ich es nicht als ein Verdienſt betrach⸗ ten konnte, wenn ich mich Gott in Folge eines ſolchen Schmerzes hingab. Da wartete ich, bis dieſe Verzweif⸗ lung ſich beſänftigen würde, damit mich Gott nicht em⸗

pfinge, wie der Schlund den Blinden oder den Wahnſin⸗ nigen, der ſich hineinſtürzt, empfängt, ſondern wie ein

gaſtfreundlicher Wirth den müden Pilger aufnimmt, der von ihm die Ruhe der Nacht nach einem ſtarken Marſche, am Ende eines langen Tages, fordert.

Ich wollte ihm ein glühendes Herz und nicht ein ge⸗ brochenes, einen Leib und nicht einen Leichnam geben.

Und mehr als vler Jahre ſondere ich mich nun durch die Einſamkeit ab, reinige ich mich durch das Gebet, und bis jetzt habe ich es noch nicht gewagt, das Novizenkleid mit dem Rocke des Mönches zu vertauſchen, ſo viel iſt in mir von dem alten Menſchen geblieben, ſo ſehr finde ich,

daß es eine Ruchloſigkeit wäre, mich, nachdem ich mich