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Die Taube : zwei Bändchen / von Alexandre Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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Euch vorübergegangen, wie an einem Marmor, dem der Bildhauer eine menſchliche Form gegeben, in deſſen Bruſt aber nie ein Herz geſchlagen hat.

Wenn Ihr nie geliebt habt, ſo ſage ich Euch dies⸗ mal: antwortet mir nicht, wir ſind nicht von derſelben Welt, wir haben nicht daſſelbe Leben gelebt. Ich täuſchte mich im Anſchein, wozu fortan unnütze Worte wechſeln? Ihr würdet nicht begreifen, was ich ſage; ich würde nicht begreifen, was Ihr ſagtet. Wir ſprechen nicht dieſelbe Sprache.

Ohl doch wenn Ihr geliebt hättet, im Gegentheil⸗ ſagt mir, wo, ſagt mir, wen, ſagt mir, wie, oder wenn Ihr mir nichts von Allem dem ſagen wollt, ſprecht mir von den gleichgültigſten Dingen, Alles wird mir intereſ⸗ ſant, nichts wird mir unnütz ſein; ſagt mir, wie Cuer Zimmer iſt, ob es gegen Oſten oder gegen Weſten, gegen Süden oder gegen Norden geht; ob Ihr die Sonne be⸗ grüßt, wenn ſie erſcheint, ob Ihr ihr Lebewohl ſagt, wenn ſie flieht, oder ob Ihr, die Augen geblendet von den glü⸗ henden Strahlen des Mittags, das Antlitz Gottes in ſei⸗ nem unauslöſchlichen Glanze zu unterſcheiden ſucht. Sagt mir dies Alles, dann ſagt mir auch, was Ihr von Eurem Fenſter aus ſeht, Ebenen oder Berge, Gipfel oder Thäler, Bäche oder Flüſſe, einen See oder das Weltmeer; ſagt mir dies alles, ich werde meinen Geiſt mit allen dieſen geheimnißvollen Problemen des durch den Willen ſichtbar gewordenen Unbekannten beſchäftigen, und vielleicht wird mein Herz, zerſtreut durch das Unbekannte, dazu gelangen, daß es vergißt, und wäre es nur einen Augenblick.

Nein, nein, nein, ſagt mir nichts von Allem demz ich will uicht vergeſſen.