Herrſchaft den Scepter oder den Krummſtab, die Tiara oder das Schwert übertragen hat.
Nun! wer ſagt Euch, die unkörperlichen Dinge wer⸗ den nicht abgewogen und vertheilt, wie die körperlichen Dinge? Wer ſagt Euch, das Unglück einer Welt trage nicht zum Glück einer andern bei? Wer ſagt Euch, es gebiete nicht eines der Geſetze der moraliſchen Natur, daß eine Hälfte des Herzens in Thränen ſei, damit die andere in Freuden ſein könne, wie ein Theil der Erde in der Tuſee ſein muß, damit der andere im Lichte ſein dann
Nennt mir Euer Unglück, arme betrübte Seele, denn was Euer Unglück auch ſein mag, ich bin feſt überzeugt, es wird die Höͤhe des meinigen nicht erreichen; nennt es, und ich werde, wie ich hoffe, einen Troſt für jede Eurer Klagen, einen Balſam für jede Eurer Wunden haben.
Doch ich bitte Euch inſtändig, trinkt aus dem Bache meiner Worte, ohne die Quelle zu ſuchen, aus der ſie entſpringen; macht es wie die ſchwarzen Aethiopier und die bleichen Kinder Aegyptens, die ihren Durſt an den Ufern des Nils loͤſchen, aber eine Ruchloſigkeit zu begehen glauben würden, wenn ſie den Fluß aufwärts bis zu ſei⸗ nen Quellen verfolgten.
Nach einigen Worten, die mir entſchlüpft ſind, glaub⸗ tet Ihr in meinem vergangenen Leben zu leſen; Ihr habt aus mir einen Großen dieſer Welt gemacht; Ihr waͤhn⸗ tet, eine Lichtfurche habe meinen Sturz begleitet, und ich ſei vom Himmel gefallen, wie ein vom Blitz zerſchmetter⸗ ter Engel. Enttäuſcht Euch vor Allem: ich bin ein de⸗ müthiger Ordensgeiſtlicher mit einem niedrigen Namen; von meiner dunkeln oder glänzenden, beſcheidenen oder ſtolzen Vergangenheit iſt mir kein Gedächtniß geblieben, und minder hell ſehend im Leben, als es der Philoſoph des Alterthums, der bei der Belagerung von Troja ge⸗ ſtritten zu haben ſich erinnerte, im Tode war, erinnere
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