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Vernehmt nun, wie die arme Iris mein Zimmer verlaſſen hatte.
Am Vorabend des Tages, an dem Ihr ihr das Le⸗ ben gerettet habt, betete ich auf den Knieen liegend; meine Lampe ſtand bei den Vorhängen meines Bettes; gegen Mitternacht entſchlief ich unter dem Beten. Zehn Mi⸗ nuten nachher vielleicht wurde meine ſchlecht geſchloſſene Thüre vom Winde aufgeſtoßen, die Vorhänge wogten umher und fingen Feuer. In einem Augenblick war mein Zimmer von Flammen und Hitze erfüllt. Ich erwachte halb erſtickt. Meine arme Taube flatterte an der Decke und zerarbeitete ſich mitten im Rauch. Ich lief an das Fenſter und oͤffnete es. Kaum war das Fenſter offen, als ſie hinaus eilte, und ich hörte, wie ſie ſich in der Finſterniß an wohlbekannten Bäumen ſtieß, in deren Zwei⸗ gen ſie einen Theil des Tages ſpielt. In der Hoffnung, ſie würde mit der Morgendämmerung zurückkehren, ließ ich mein Fenſter offen; doch der Tag kam und verging, ohne daß ich ſie wiederſah. Erſchrocken durch den Brand, war ſie ohne Zweifel geflohen, ſo lange ihre Flügel Kraft gehabt hatten. Am andern Tag bei ihrer Rückkehr wird ſie von dem Sperber, gegen den ſie Schutz von Euch verlangt hat, verfolgt worden ſein. Ihr habt ſie aufgenommen, gehütet, und ich glaubte ſie verloren, als ich ſie ſo plötzlich mit dem Flügel an mein Fenſter klopfen hörte. Ich öffnete mein Fenſter: es war meine Flüchtlingin, die ihre Entſchuldigung mit ſich brachte, der aber, hätte ſie dieſelbe nicht mitgebracht, zum Vor⸗ aus verziehen geweſen wäre.
Das iſt die Geſchichte der armen Iris. Iſt das Al⸗ les, was Ihr wiſſen wollt, und habt Ihr nichts Anderes von mir zu verlangen? In dieſem Fall wird unſere Bö⸗ tin ohne Brief und ohne Billet zurückkommen. Ich werde wiſſen, was dies beſagen will, und Euch ſchreiben.
6 5 Bt befohlen, mein Bruder, der Herr ſei mit uch!


