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Die Taube : zwei Bändchen / von Alexandre Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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ans verloren, an dieſem ſchwimmenden Balken, dem letzten Wrack vielleicht eines, wie das meinige, zerſchellten Schiffes, anklammere, an dieſes Wrack, das der Zufall viel mehr, als die Vorſehung in den Bereich meiner Hand treibt? Ueberlaſſe ich mich nicht, wenn ich mich der Hoffnung hingebe, zu gleicher Zeit auch der Verſuchung? War denn, ohne daß ich es wußte, ein Flügel von mmeinem Rock in die Thüre eingeklemmt, die ſich gegen die Welt öffnet, und hatte ich mich nicht, wie ich glaubte, ganz von den Eitelkeiten und Illuſionen der Erde losge⸗ riſſen?

Das war, wie Ihr ſeht, meine Schweſter, ein um⸗ faſſender Stoff zum Träumen und Nachdenken: Gott über meinem Haupte, der Abgrund unter meinen Füßen, rings um mich her die Welt, die ich nicht mehr ſah, weil ich die Augen ſchloß, die ich nicht mehr hörte, weil ich die Ohren ſchloß, die ich aber, wie in der Vergangenheit brauſen hoͤren, die ich abermals wirbeln ſehen ſollte. So uidli ich ſein mag, ich öffne die Ohren und die Augen wieder.

Vielleicht aber ſehe ich mit meiner Einbildungskraft über die Wirklichkeit hinaus; vielleicht habe ich eine Thatſache ohne Stärke und Bedeutung zu der Hoͤhe eines Ereigniſſes erhoben.

Ihr verlangt eine einfache Erzählung, meine Schwe⸗ ſter, ich will ſie Euch geben. Vor acht Tagen ſaß ich im Garten und las; wollt Ihr wiſſen, welches Buch ich las, meine Schweſter? Ich las jenen Schatz an Liebe, Religion und Poeſie, den man die Bekenntniſſe des heiligen Auguſtin nennt. Ich las, und mein Geiſt war ganz mit dem des ſeligen Biſchoſs verſchmolzen, der kine Heilige zur Mutter hatte und ſelbſt ein Heiliger

urde.

Plötzlich hoͤre ich über meinem Haupte etwas wie Flügelſchlag; ich ſchaue auf, und zu meinen Füßen ſtürzt, Huͤlfe von mir fordernd, eine Taube, ſo nahe von einem