— 1239—
Bei dieſen Worten funkelten die Augen des Verwach⸗ ſenen vom reinſten Feuer der Freude; von ſeiner frühſten Jugend auf in mißlichen Verhältniſſen und von der Schaar gewöhnlicher Menſchen verlacht und verach⸗ tet, hatte er ſich nach ſeiner unglücklichen Liebe zu ſeiner jungen Saalnachbarin auch in ſeinen keckſten Träumen nicht zu der Hoffnung erhoben, jemals Herzen zu finden, die ihm gleich denen Bernard's und Charlottens mit uneigennütziger Freundſchaft entgegenſchlügen.
„Wohlan,“ ſprach Bernard, die Hände des ſo freudig bewegten Aubry ergreifend,„Unzertrennlichkeit bis an den Tod!“
„Und Freundſchaft bis über das Grab!“ ſetzte Char⸗ lotte hinzu, indem ſie Beider Hände faßte.
Während hier drei ſchöne Seelen den Bund ewiger Freundſchaft ſchloſſen, vereinigten ſich anderwärts drei Teufel zum Verderben der Glücklichen. Leclerc und
Cottin hatten ſich vor dem Chaͤtelet durch erkaufte Entlaſtungszeugen losgelogen. Sobald der Letztere bei
ſeinem Principal Girardin, den er jetzt zum letzten Male beſuchen wollte, Bernard's Vorhaben erfahren hatte, eilte er zu dem ſeiner ganz würdigen Leclere und theilte ihm die Sache mit. Beide gingen dann ſo⸗ gleich zu einem handfeſten und gewiſſenloſen Manne,


