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Königs, welcher eben nicht anweſend iſt, und ruft todten⸗ bleich:„Freunde, liebſte Freunde, retten Sie mich und meine Kinder!“ In dieſem Augenblick kam auch der Kö⸗ nig zurück, welcher ſeine Gemahlin in ſeinem Zimmer hatte aufſuchen wollen. Das Königspaar beſprach ſich einen Augenblick, nahm dann den Dauphin und Ma⸗ dame Rohyale an ſich und Alle machten ſich bereit, um ſich dem Volke zeigen zu können.
Alle Umgebungen der Majeſtäten begaben ſich in's Oeil⸗de⸗boeuf, um ſich darin durch Bänke, Schemel und andre Meubles zu verſchanzen. Auch verſuchen es die Brigands auf's neue die Thür aufzuſprengen; aber auf den heftigſten Lärm folgt plötzlich die tiefſte Ruhe. Die Pariſer Nationalgarde iſt eingezogen und ihr Officier ſagt zu den Gardes du Corps:„Meine Herren, die Brigands ſind verjagt! Wir ſind gekommen den König zu retten und auch Sie werden wir retten! Seien wir Brüder!“ Auch kamen die Deputirten der Nationalverſammlung hau⸗ fenweiſe auf's Schloß, um die königliche Familie zu ret⸗ ten. Man athmete im Schloſſe noch einmal auf.
Jedoch außerhalb der von der Pariſer Nationalgarde beſetzten Theile des Schloſſes ging es noch wild her. Es waren viele Gardes du Corps hingeſchlachtet worden. Bei dieſen Metzeleien that ſich wieder der Fleiſcher her⸗


