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h weil man nicht traute, ob die Rufenden auch wirklich 8 r Gardes du Corps wären. Endlich macht man auf und 4 eine Kammerfrau fällt den Garden zu Füßen und fleht r ſie an, die Königin zu retten. Dieſe verſichern, daß ſie e bereit ſind, für die Königin den letzten Blutstropfen zu 8 n vergießen, daß ſie jedenfalls ſo lange Widerſtand leiſten d können, bis Ihre Majeſtät aufgeſtanden und gerettet ſei.
n Die Königin war ſchon eine Viertelſtunde früher, durch ⸗ das Geſchrei der Weiber auf der Terraſſe, aufgeweckt
worden, aber ihre erſte Kammerfrau, Madame Thibau t,
hatte ihr geſagt, es ſeien Pariſerinnen, die kein Obdach
gefunden und einen Spaziergang hierher gemacht hätten.
1 Jetzt aber ſtürzt eben dieſe Madame Thibaut mit ihrer
. Collegin Madame Hogué in’'s Gemach der Königin, be⸗
2 kleidet ſte raſch mit einem Rock, mit Strümpfen und
einem Mäntelchen und führt ſie auf einem geheimen
Gange(dem ſogenannten Gange des Königs) zu ihrem 4 Gemahl. Als ſie über das Oeil⸗de⸗boeuf hinſchreitet, 4 hört ſie drohende Stimmen:„Es iſt eine Meſſaline! Sie
hat den Staat verrathen! Sie hat den Franzoſen den Untergang geſchworen! Sie muß baumeln! Sie muß 5 baumeln!“ Das Entſetzen vermehrt ſich noch, wenn es möglich iſt, als in ihrer Naͤhe ein Piſtol und eine Flinte abgeſchoſſen werden. Endlich kommt ſie in's Zimmer des 3


