— 180—
entfernen und den König ein paar Worte zu Gunſten der Nationalcocarde ſagen zu laſſen.“
Da Mounier nichts weiter darauf antwortete, ſo begab ſich Lafahette unverzüglich auf's Schloß. Hier war er mit Ungeduld, aber auch mit einer Art von Furcht erwartet worden. Man ſuchte in ſeinen Blicken zu leſen, ob er den Frieden oder den Krieg brächte; ſie zeigten aber nichts als Muth und Ehrfurcht, gemiſcht mit einem Anflug von Schmerz. Er ſetzte dem König den Stand der Dinge kurz auseinander und ſchloß mit den Worten: „Ich bin gekommen, Sire, Ihnen meinen Kopf zu brin⸗ gen, um den Ihrigen zu retten. Soll es mein Blut koſten, ſo fließe es wenigſtens im Dienſte meines Königs und nicht beim düſtern Fackelſchein auf dem Groͤve⸗ Platze!“ Hierauf erhielt er vom König Befehl die Pa⸗ riſer Nationalgarde auf den früheren Poſten der franzö⸗ ſiſchen Garden unterzubringen, während die Gardes du Corps und die Schweizer die ihrigen behalten ſollten.
Augenblicklich ſtieg Lafayette wieder zu Pferde und redete ſeine Truppen, die Schweizer und andre Corps an, um ihre Liebe zum Vaterlande, ihre Treue gegen den König und ihren Enthuſiasmus für die Freiheit zu be⸗ leben. Unterdeſſen zog ſeine ganze Armee in Verſailles ein und ward brüderlich aufgenommen. Wer nicht anders
—


