Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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die Palaſtdamen, die Miniſter und Kammerherren, alle zeigten bedenkliche Geſichter und beriethen ſich eifrig über die zu ergreifenden Maßregeln. Nur der Ceremonien⸗ meiſter hatte nichts zu thun. Auch Houchard und Va⸗ rin flüſterten nur ganz leiſe mit einander.

Endlich um Mitternacht verkündete Trommelwirbel von Paris her die Ankunft Lafayette's. Alle ſeine Leute glüͤhten von Freiheitsgedanken und Racheplänen. Ihr beſonnener Anführer hatte öfter Halt machen laſſen und die Hitzköpfe bearbeitet; aber am Ende mußte er ſie doch aus dem Regenwetter zu erlöſen ſuchen. In Viro⸗ flay, nahe bei Verſailles, ließ er noch einmal Halt machen und nahm ſeiner Armee in der Dunkelheit der Nacht nochmals den Eid der Treue und des Gehorſams ab. Dann ritt er an der Spitze eines Detachements voraus, um ſich in die Nationalverſammlung zu begeben. Dort fragte ihn Mounier, was er denn eigentlich mit dem Beſuche ſeiner Armee bezwecke. Lafahette verſchluckte den Aerger und antwortete ruhig:Aus welchem Grunde ſte ſich auch in Marſch geſetzt hat, nimmer wird ſie je⸗ mandem Geſetze vorſchreiben wollen, da ſie verſprochen hat dem König und der Nationalverſammlung zu ge⸗ horchen. Um übrigens das Mißvergnügen des Volks zu ſtillen, ware es vielleicht gut das Regiment Flandern zu

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