Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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unterkommen konnte, bezog Speicher und Kirchen; einige mußten freilich bis Trianon und Rambouillet.

Auf dieſen ſo ſtürmiſchen Tag ſchien eine deſto ruhi⸗ gere Nacht zu folgen. Alle Welt war müde und begab ſich zur Ruhe, nur die Poſten blieben mit gehörigen Wachen beſetzt. Auch Lafayette war der Anſicht, daß alles ruhig bleiben werde, gab dieſe Verſicherung der Nationalverſammlung, welche ſich Morgens um 4 Uhr trennte, revidirte die Wachen und legte ſich gegen 5 Uhr ſelbſt nieder, um ſich zu den Anſtrengungen des folgen⸗ den Tages zu ſtärken.

Die Weiber und die Bande Freiwilliger aus Paris hatten ſich auf die große Hauptwache und in den Saal der Nationalverſammlung begeben, aber nicht um der Ruhe zu pflegen, ſondern um ſich immer mehr zur Wuth und Rache aufzuſtacheln. Kaum graute der Tag(es war 5 ½ Uhr), als ſie aus ihren Sälen hervorkommen und ſich nach dem Schloſſe wälzen. In der allgemeinen Ver⸗ wirrung des vorigen Abends hatte man aus der Acht gelaſſen alle Gitter zu ſchließen, ſo daß ein Trupp Va gabunden in den Hof der Miniſter eindringen konnte. Der Volkshaufe ſtürzt nach und kommt bis an das verſchloſ⸗ ſene königliche Gitter. Einige verſuchen es zu erklettern,