— 187—
St. Ludwigsritter,„daß es unſern Hausgenoſſen nicht
einfallen kann einen mildherzigen Schließer zu beſtechen oder einen weniger mildherzigen zu ermorden.“
„Warum bin ich hier?“ fragte ich auf's neue.
„Das werden Sie ſchon wiſſen,“ antwortete der Ritter mit dem Katzenblick;„was Sie aber vielleicht noch nicht wiſſen, beſteht darin, daß Sie nicht den geringſten Lärm machen dürfen, ſonſt...“ Hier machte er eine leicht verſtändliche Miene des Strangulirens;„Sie ſollen alſo wiſſen, daß Sie ſich jetzt im Hauſe des Schw
eigens be⸗ finden.“
„Wohl auch im Hauſe des Todes,“ ſagte ich.
Der Gouverneur zuckte die Achſeln und ging. Die
Schließer handhabten ihre gewaltigen Schlüſſel, ich w meinem eignen Nachdenken überlaſſen.
Ich habe dieſe dreißig Jahre hindurch nicht mehr als vier Kerkermeiſter oder Bediente geſehen; es waren die, welche mir das Eſſen brachten und die man Schließer nannte. Auch hatten ſie in der That an ihren Schlüſſeln weit mehr zu ſchleppen als am Eſſen; denn jeder von den vier Gefangenw
ard
ärtern hatte(wie mir einer davon vertraute) zwei Thürme von 5 Etagen zu begehen
jedes Gefängniß hatte wenigſtens zwei Thüren und jede
Thür drei enorme


