Teil eines Werkes 
1. Th. (1848)
Entstehung
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Aber der 4. Auguſt 1759 war der verhängnißvolle Tag, mo ich in meinem Schlupfwinkel überfallen und unter Androhung ſofortiger Ermordung, wenn ich einen Laut von mir gäbe, nach der Baſtille geführt wurde.

Beim düſtern Schein einer Laterne folgte ich mei⸗ nen ſchrecklichen Fuͤhrern durch ungeheure Eiſenthore und ſchauerliche Gewölbe, die vom Knarren der Angeln widertönten. Nichts als Eiſenſtangen, Riegel, Schlöſſer und Ketten boten ſich meinem Anblick dar. Es ging in die Tiefe eines Thurmes hinab(es war der Thurm der Freiheit, wie mir der Schließer auf meine Frage zu⸗ grinſſte), zwei dicke eiſerne Thüren wurden aufgeſchloſſen, ich ſah ein elendes Lager, zwei Rohrſtühle, einen ſchmu⸗ zigen Tiſch und einen zerbrochenen Waſſerkrug.

Das alſo ſoll meine Wohnung ſein? ſagte ich ſtarr vor Erſtaunen.

Statt einer Antwort näherte ſich mir ein Ritter des St. Ludwigsordens und bat mich ſatyriſch lächelnd um die Herausgabe meiner etwaigen Habſeligkeiten. Da ich zögerte, winkte der Ritter den Schließern und dieſe durch⸗ ſuchten meine Taſchen. Da man mich aus dem Bette weggeholt hatte, ſo fand man nur weniges Silbergeld, eine Uhr, zwei Ringe und ein Taſchenmeſſer bei mir.

Wir pflegen dafür zu ſorgen, ſagte der ſchändliche