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Jedes von ihnen warf mit einem ſehr verſchieden⸗ artigen Ausdruck die Blicke auf das Schaffot.
Es waren nicht fünf Minuten verlaufen, als von Wachen geführt Don Fernando und Don Ramiro, die zwei Nebenbuhler, erſchienen. Don Fernando war am vorhergehenden Tage, wie wir erzählt, verhaftet wor⸗ den; Don Ramiro hatte ſich von ſelbſt auf den Be⸗ fehl, den er erhalten, als Gefangener geſtellt.
Alle Perſonen des Dramas, deſſen vier erſten Acte geſpielt waren, fanden ſich für die letzte Scene ver⸗ ſammelt. Es herrſchte ein tiefes Stillſchweigen, und man erwartete die unbekannte Entwickelung, der die Gegenwart des Henkers eine geheimnißvolle, aber ent⸗ ſetzliche Bedeutung gab..
Der König Don Carlos erhob das Haupt, ſchaute zum letzten Male nach dem manriſchen Thore, und als er ſah, daß nichts von dieſer Seite kam, heftete er ſeinen Blick auf Don Inigo, der unter dieſem Blicke einen Schauer ſeinen ganzen Leib durchlaufen fühlte.
„Don Inigo Velasco de Haro,“ ſprach er mit einer ſo klangvollen Stimme, daß ſie, obgleich ſie ſich nicht über den gewöhnlichen Umfang erhob, doch von Allen gehört wurde,„Ihr habt mich zweimal, ohne das Geſuch auf irgend einen Grund zu ſtützen, um das Leben eines Menſchen gebeten, der zweimal den Tod verdient hatte... Ihr ſeid nicht mehr Großjuſticiar
von Andaluſien.“
Ein Gemurmel durchlief die Schauſpieler dieſer Scene in der Menge, und Don Inigo machte eine Be⸗ wegung, um auf den König zuzugehen und ohne Zwei⸗ fel ſich zu rechtfertigen. 6
„Ihr ſeid nicht mehr Großjuſticiar von Andalu⸗ ſien,“ fuhr der König Don Carlos fort;„doch Ihr ſeid Connetable des Reiches; der Mann, der die Wag⸗ ſchaale der Gerechtigkeit ſchlecht hält, kann das Schwert
des Krieges gut halten⸗“


