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„Mein Vater ging weg, indem er mir auf den andern Tag den Beſuch von Don Ruiz ankündigte.
„Ich hatte nicht die Kraft gehabt, ihm in ſeiner Gegenwart zu antworten; als er ſich entfernt hatte, blieb ich vernichtet. Allmälig erwachte ich indeſſen aus meiner Betäubung, und ich fand mich meiner Lage ge⸗ genüber, die mir nicht wie das Geſpenſt der Vergan⸗ genheit, ſondern wie das der Zukunft erſchien. Beſon⸗ ders erſchrecklich hiebei war, daß ich mich genöthigt ſah, das unſelige Geheimniß in mir zu verſchließen. Ach! hätte ich es Jemand anvertrauen können, mir ſcheint, ich würde weniger gelitten haben!
„Es kam die Nacht. Trotz der dringenden Bitten von Beatrix, um bei mir bleiben zu dücfen, entfernte ich ſie. In der Einſamkeit hatte ich wenigſtens die Thränen. Oh! ſie floſſen reichlich, Sire, dieſe Thrä⸗ nen, welche längſt verſiegt ſein müßten, hätte die Güte des Herrn nicht geſtattet, daß die Ouelle der Thränen unverſiegbar ſei.
„Sobald die Nacht auf die Erde herabgeſtiegen war, ſobald ſich die Stille im Raume verbreitet batte, ſtellte ich mich auf den Balcon, wo ich zugleich ſo glück⸗ lich und ſo unglücklich geweſen.
„Mir ſchien, er werde kommen.
„Ohl nie rief ich ihn inbrünſtiger aus der tiefſten Tiefe meines Herzens.
„Wäre er gekommen, diesmal, verzeih, mein Va⸗ ter, diesmal hätte ich nicht widerſtanden; wohin er mich hätte führen wollen, ich wäre mit ihm gegangen.
„Eine Barke erſchien; ein Mann fuhr ſingend den Guadalquivir herauf.
„Es war nicht ſeine Stimme: er wäre ſchweigſam geweſen; gleichviel, ich machte mir Illuſion, und die Arme gegen meinen Irrthum ausgeſtreckt, rief ich dem Geſpenſte, das ich geſchaffen, zu:
„„Komm! komm! komm!““


