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Bei der Biegung der Steige der Alhambra be⸗ gegnete Don Fernando zwei verſchleierten Frauen. Beide blieben ſtehen, indem ſie einen doppelten Schrei des Erſtaunens und der Freude von ſich gaben. Er ſelbſt blieb auch ſtehen, ergriffen halb von dieſem Schrei, halb von dem magnetiſchen Gefühle, das in uns lebt, nicht allein, wenn wir eine geliebte Per⸗ ſon treffen, ſondern auch, wenn wir ſie bald ſehen ſollen.
Doch ehe er ſich gefragt, wer die zwei Frauen ſeien, denen inſtinctartig ſein Herz entgegenflog, drückte die Eine derſelben ſeine Hände an ihre Lippen, ſtammelte die Andere, ihre Arme ausſtreckend, ſeinen Namen.
„Gineſta! Dona Flor!“ ſagte Don Fernando, während mit jener Ehrfurcht der Menge für die großen Miſchgeſchicke diejenigen, welche den jungen Mann vom Platze de las Algives an begleiteten und ihm bis zum Gefänguiß zu folgen gedachten, in einer gewiſſen Ent⸗ fernung ſtehen blieben, um dem Gefangenen und den zwei Frauen die Freiheit der Rede zu laſſen.
Der Halt war kurz; es wurden nur ein paar Worte zwiſchen Don Fernando und Gineſta, einige Blicke zwiſchen Don Fernando und Dona Flor ge⸗ wechſelt.
Dann ſetzten die Mädchen ihren Gang nach der Alhambra, und Don Fernando den ſeinen nach dem Gefängniß fort.
Man begreift, was Gineſta im Palaſte thun wollte: durch Donna Flor von der Gefahr unterrichtet, welche Don Fernando lief, wollte ſie zum zweiten Mal ihre Macht über Don Carlos verſuchen.
Nur beſaß ſie diesmal weder mehr das Pergament, das ihre Geburt beſtätigte, noch die Million, die ſie als ihre Mitgift bezahlt hatte.
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