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XXIX. Der Tag vor der Entwickelung.
Dieſer Tag, ſchon ſchwanger von den Ereigniſſen, die er für den nächſtfolgenden zu gebären ſich anheiſchig gemacht, ſollte noch neue Einzelheiten der öffentlichen Neugierde verſprechen, ehe die Sonne, welche hinter den funkelnden Bergſpitzen der Sierra Nevada aufge⸗ gangen war, hinter den düſteren Gipfeln der Sierra Morena untergehen würde.
Indeß Don Inigo ſich nach dem Palaſte begab, begab ſich, wie geſagt, Don Fernando, Gefangener auf Ehrenwort, ins Gefängniß, den Kopf hoch tragend und ſtolz, nicht wie ein Beſiegter, ſondern wie ein Triumphator; denn in ſeinen eigenen Augen war er nicht unterlegen: er hatte einem Gefühle gehorcht, das, obgleich es ihm das Opfer ſeines Zornes und wahr⸗ ſcheinlich das Verzichten auf ſein Leben gebot, für ihn nicht ohne einen gewiſſen Reiz war.
Er ging alſo gegen die Stadt hinab, gefolgt von einem Theile derjenigen, welche ſeinem furchtbaren Kampfe beigewohnt hatten; da aber Don Inigo ver⸗ boten, daß ihn Jemand beleidige, da viel lauter noch als die Einſchärfung des Großjuſticiars im edlen ſpa⸗ niſchen Herzen die Bewunderung ſprach, welche immer der Muth einem muthigen Volke einflößt, ſo ſchienen diejenigen, welche ihn begleiteten,— während ſie ſich von den gewaltigen Streichen unterhielten, die ſie ihn hatten austheilen und empfangen ſehen,— für ihn eher einen ehrenvollen Cortége, als eine ſchmähliche Bedeckung zu bilden.


