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XXVII. Strom und Vach.
Es gibt prädeſtinirte Exiſtenzen: die Einen fließen mit der Langſamkeit und der Majeſtät jener mächtigen Ströme, welche, dem Miſſiſſippi und dem Amazonen⸗ fluſſe ähnlich, tauſend Meilen Ebenen von ihrer Quelle bis zum Meere durchlaufen und Schiffe tragen von einem Umfange wie Städte, beladen mit einer Menge von Paſſagieren, welche genügen würde, um eine Colo⸗ nie zu gründen.
Die Andern, die ihre Quelle in den höchſten Berggipfeln haben, ſtürzen in Cascaden herab, bilden Katarakte, werden zu ſchäumenden Bächen, und ergießen ſich nach einem Laufe von kaum zehn Stunden in einen Fluß, einen See, der ſie verſchlingt, und wo Alles, was ſie noch machen können, darin beſteht, daß ſie eine Zeit lang, das Waſſer, mit dem ſie ſich vermiſcht, trüben.
Um den Einen in allen ihren Einzelheiten zu fol⸗ gen, ihre Ufer zu beſchreiben, ihre Umgebungen zu er⸗ kennen, braucht der Reiſende Wochen, Monate, Jahre; um den Wechſelfällen der Andern zu folgen, braucht der Fußgänger kaum Tage; die zur Cascade und dann zum Bache gewordene Quelle wird geboren und ſtirbt auf einem Raume von zehn Stunden und im Verlaufe einer Woche.
Nur hat während dieſer Woche der Fußgänger, der den Ufern des Baches gefolgt, mehr Gemüths⸗ bewegungen abſorbirt, als der Reiſende, der ein Jahr lang den Ufern des Stromes gefolgt iſt.


