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„Weil wir von Beſchimpfungen bedroht werden, denen wir den Tod vorziehen.“
„Die Senora iſt Eure Frau?“
„Sie iſt meine Tochter.“
„Zu welchem Preiſe ſchlagt Ihr ihre Ehre und Euer Leben an.“
„Mein Leben zu tauſend Kronen, was aber ihre Ehre betrifft, ſie hat keinen Preis.“
„Ich ſchenke Euch das Leben, Senor,“ erwiederte der Salteador,„und was die Ehre der Senora betrifft, ſie iſt ebenſo ſehr in Sicherheit hier, als wäre ſie im Zimmer und unter der Obhut ihrer Mutter.“
Ein Gemurmel der Unzufriedenheit wurde unter den Banditen hörbar. 1
„Alle hinaus!“ rief der Salteador, indem er die Hand ausſtreckte und dieſe Hand ausgeſtreckt ließ, bis der letzte Bandit aus der Stube weggegangen war.
Als der Letzte verſchwunden, ſchloß der Sal⸗ teador die Thüre, kam dann zu Don Inigo und ſei⸗ ner Tochter zurück, die ihm mit den Augen mit einer Miſchung von Erſtaunen und Beſorgniß folgten, und prach:
„Ihr müßt ihnen verzeihen, Senor, das ſind
plumpe Geſellen, und keine Edelleute wie wir.“ Don Inigo und Dona Flor ſchauten mit weniger Beſorgniß, aber mit mehr Erſtaunen dieſen Ban⸗ diten an, der ſich ſelbſt Edelmann betitelte und durch den Adel ſeiner Manieren und ſeine würdevolle Hal⸗ tung mehr noch als durch ſeine Worte bewies, daß er nicht log.
„Senor,“ erwiederte das Mädchen,„mein⸗ Vater iſt, ich begreife dies, ohne Stimme, um Euch zu dan⸗ en, erlaubt alſo, daß ich Euch unſern Dank in ſeinem und in meinem Namen darbringe.“
„Und Euer Vater hat Recht, Senora, denn von El Salteador. 5


