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El Salteador : Mantel- und Degenroman / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
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ganze entſetzliche Schickſal, das ihr vorbehalten ſein konnte. Sie gab einen Schrei von ſich und nahm mit einer Bewegung ſo raſch als der Gedanke aus ihrem Kniebande einen kleinen, wie eine Nadel zugeſpitzten Dolch, deſſen Klinge alsbald auf ihrer Bruſt glänzte.

Die Banditen ſahen die Bewegung, wichen einen Schritt zurück, und Dona Flor ſtand aufs Neue abge⸗ ſondert an der Wand... ruhig, aber entſchloſſen und der Statue der Feſtigkeit ähnlich.

„Mein Vater,“ fragte ſie,„was befehlt Ihr?“

Und zu gleicher Zeit mit der Stimme bedeutete das Auge der keuſchen Jungfrau, auf das erſte Wort des Greiſes werde die ſpitzige Klinge völlig in ihrem Herzen verſchwinden.

Don Inigo antwortete nicht, doch dieſe äußerſte Lage gab ihm für einen Augenblick wieder die Kräfte des jungen Mannes, er ſtieß mit einer heftigen, uner⸗ warteten Bewegung die zwei Räuber zurück, die auf ihm laſteten, befand ſich mit einem einzigen Sprunge auf ſeinen Beinen, öffnete die Arme und rief:

„Hierher, meine Tochter! komm hierher!“

Dona Flor ſtürzte an die Bruſt ihres Vaters, drückte ihm den Dolch in die Hände und ſagte leiſe zu ihm:

„Mein Vater, mein Vater! erinnert Euch jenes Römers, deſſen Geſchichte Ihr mir erzählt habt, und den man Virginius nannte.“

Sie hatte kaum dieſe Worte geſprochen, da rollte ein Bandit, der die Hand gegen ſie ausgeſtreckt, zu den Füßen von Don Inigo, ins Herz getroffen durch die⸗ ſen ſchwachen Dolch, der eher ein Spielzeug als eine Wehr zu ſein ſchien.

Sogleich erhob ſich ein ungeheures Wuthgeſchrei in der Venta. Zehn Meſſer öffneten ſich, zehn Dolche ſprangen aus ihren Scheiden, zehn Degen durchſchnit⸗ ten die Luft und bedrohten zugleich die zwei Gefange⸗ nen, welche, da ſie ſahen, der Augenblick zu ſterben ſei