Druckschrift 
El Salteador : Mantel- und Degenroman / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

50

der kleinen Anhöhe, die den Horizont begränzte, ver⸗ ſchwunden waren; als ſie ſodann die Karavane nicht mehr ſehen konnte, neigte ſie ſich und horchte.

Es vergingen fünf Minuten, während welcher die Lippen der Zigeunerin maſchinenmäßig wiederholten:

Jungfran, ſchau ihn gnädig an, Herr, beſchütz' den Wandersmann.

Plötzlich hörte man den Knall von mehreren Büch⸗

ſen; Schreie der Drohung und des Schmerzes erſchol⸗ len; dann erſchien, ganz blutig von einer Wunde an der Schulter, einer von den zwei Dienern der Nachhut wieder auf dem Gipfel der Anhöhe auf ſeinem Pferde liegend, in deſſen Bauch er ſeine Sporen ſtieß, ſchoß wie ein Blitz an dem Mädchen vorüber und rief:„Zu Hülfe! Mörder! zu Hülfe.“

Die Zigeunerin blieb einen Augenblick wie ſchwan⸗ kend; dann ſchien ſie einen äußerſten Entſchluß zu faſ⸗ ſen: ſie lief nach ihrem Rocken, befeſtigte an einer der Enden deſſelben ihre Schürze in Form einer Fahne, ſtürzte nach dem Berge, den ſie ſo raſch erkletterte, daß ihre Ziege Mühe hatte, ihr zu folgen, eilte in unterbrochenen Sprüngen bis vorne auf einen Felſen, der das ganze Thal beherrſchte, ſchwang hier ihre lebhaft gefärbte Schürze und rief dreimal mit aller Gewalt ihrer Bruſt:

„Fernando! Fernando! Fernando!“