Dona Flor mit Sicherheit in der kleinen Venta ein⸗ kehren könnten, welche aus ihren Augen verſchwunden war, weil ſie ſich gerade in einer Terrainvertiefung befanden, die ſie aber am Horizont den Berg hinabrei⸗ tend erblickt hatten.
Als Don Inigo und Dona Flor ankamen, ver⸗ mehrte ſich das Zögern des würdigen Dieners, ſtatt ſich zu beſchwichtigen, durch die zweideutigen und beinahe ſpöt⸗ tiſchen Antworten der jungen Zigennerin, welche ſpin⸗ nend ſitzen geblieben war, um mit dem Diener zu ſpre⸗ chen, jedoch, da ſie die Herrſchaft auch anhalten ſah, aufſtand, ihren Rocken und ihre Spindel niederlegte, über den kleinen Bach hüpfte, wie es nur eine Gazelle oder eine Bachſtelze hätten thun können, und ſich an den Rand der Straße ſteute, während ihre Ziege, als ein neugieriges Thier, raſch den Hügel, wo ſie die Blätter von Brombeerſtauden abfraß, herabſtieg und herbeilief, um den Reiter und die Reiterin mit ihren großen verſtändigen Augen anzuſchauen.
„Seht doch das ſchöne Kind, mein Vater!“ ſagte Dona Flor, die den Greis zurückhielt und das Mäd⸗ chen mit der Bewunderung anſchaute, die ſie ſelbſt erregte.
Don Inigo nickte beiſtimmend mit dem Kopfe.
„Wollen wir mit dem Mädchen ſprechen, mein Vater?“ fragte Dona Flor.
„Thue nach Deinem Willen, meine Tochter,“ er⸗ wiederte der Greis. 4
„Wie heißeſt Du, mein ſchönes Kind?“ fragte Dona Flor.
„Die Chriſten nennen mich Gineſta und die Mauren Aiſſa, denn ich habe zwei Namen, einen vor Maho⸗ met und einen vor Jeſus Chriſtus.“
Den heiligen Namen unſeres Erlöſers ausſpre⸗ chend, bekrenzte ſich das Mädchen, was bewies, daß es eine Chriſtin war.
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