man auch zählen mag, von dem Tage an, wo man jede Illuſion verloren hat; und was den Siegertitel betrifft, den Ihr mir wie einem Cid zu geben mich beehrt, ſo wird er bald für mich verloren gehen,
Ihr in Folge der Zurückgabe von Granada und des Sturzes von Abn abd Allah, dem letzen Maurenkönig, keine Feinde mehr in Eurem Reiche zu beſiegen habt.“
Der junge Mann ſprach dieſe Worte in einem ſo tief traurigen Tone, daß ihn die Königin mit Er⸗ ſtaunen anſchaute, und daß Dona Beatrix, welche ohne Zweifel vom Liebeskummer ihres Neffen Kennt⸗ niß hatte, eine Thräne abwiſchte, welche in der Stille von ihrem Augenlide über ihre Wange floß.
„Und wohin willſt Du gehen?“ fragte die Königin.
„Ich will nach Frankreich gehen, Hoheit.“
Iſabella faltete leicht die Stirne und fragte wei⸗ ter, indem ſie ihn zu duzen aufhörte:
„Hat Euch König Karl VIII. zu ſeiner Hochzeit mit der Erbin von Bretagne eingeladen oder hat er Euch Dienſte in dem Heer angeboten, das er auf die Beine bringt, um, wie man ſagt, Italien zu er⸗ obern?“
„Ich kenne Karl VIII. nicht, hohe Frau,“ antwortete Don Inigo,„und welchen Antrag er mir auch machen dürfte, um in ſeinem Heere zu dienen, ich würde ſeinen Antrag ausſchlagen, denn das hieße ſicherlich gegen meine geliebte Fürſtin dienen.“
„Und was willſt Du in Frankreich machen, wenn Du dort nicht einen Herrn ſuchſt, der Dir beſſer zuſagt, als wir?“
„Ich begleite dahin einen Freund, den Ihr weg⸗ gejagt habt.“
„Wen?“
„Criſtofero Colombo, hohe Frau,“
Es trat eine kurze Stille ein, während welcher
man das leichte Geräuſch vernahm, das durch die Thüre
vor ent


