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ſchrieb, welche bekanntlich durch Capitulation und ohne Blutvergießen ſtattgefunden hatte.
Einen Augenblick nachher öffnete ſich die Thüre wieder; der junge Mann trat geführt von Dona Bea⸗ trix ein und blieb ebrerbietig, ſeinen Hut in der Hand haltend, ein paar Schritte vor Iſabella ſtehen.
IV. Iſabella und Fernando.
Don Inigo Velasco, den wir unſern Leſern als einen ſtattlichen Greis von ſechzig bis fünfundſechzig Jahren gezeigt haben, war zur Zeit der Einnahme von Granada ein ſchöner junger Mann von dreißig bis zweiunddreißig Jahren mit großen Augen und langen ſchwarzen Haaren; ſein bleiches Geſicht trug jenes tiefe Gepräge der Schwermuth an ſich, das eine unglück⸗ liche Liebe andeutet und folglich immer eine mächtige Empfehlung bei einer Frau iſt, und wäre dieſe Frau eine Königin.
Eine damals kaum geheilte Wunde, deren Narbe ſich aber ſeitdem in den erſten Falten des Alters ver⸗ loren hatte, durchfurchte ſeine Stirne mit einer röth⸗ lichen Linie und bezeugte, daß er von nahe und ins Geſicht die Mauren angegriffen, deren Säbel dieſe blutige Spur auf ſeinem Geſichte zurückgelaſſen hatte.
Die Königin, welche oft von ihm als einem ſchö⸗ nen Liebesritter und einem ſchönen Kriegskapitän hatte reden hören, die ihn aber zum erſten Male ſah, ſchaute ihn mit dem doppelten Intereſſe an, das zuerſt
ein Neffe ihrer Freundin und ſodann ein Cavalier


