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Unſer Reiter hatte nicht das Ausſehen eines Trun⸗ kenen, doch er glich offenbar einem Verliebten wie ein Tropfen Waſſer dem andern.
Was dieſe Aehnlichkeit unbeſtreitbar machte, war der Umſtand, daß der Reiter ohne ſie anzuſchauen und wahrſcheinlich ſogar ohne ſie zu ſehen, ſo ſehr waren ſeine Angen vorwärts gerichtet, dergeſtalt war ſein Herz aus ihm hinausgezogen, an unſerer jungen Spinnerin vorbeiritt, vor der ſicherlich ſelbſt der Kö⸗ nig Don Carlos, ſo vernünftig und ſchüchtern er ſein mochte, trotz ſeiner neunzehn Jahre, einen Halt ge⸗ wagt hätte, ſo ſchön war ſie, als ſie, den Kopf aufrich⸗ tend, um den hoffärtigen Reiter anzuſchauen, mur⸗ melte:
„Armer Junge!... es iſt Schade!“
Warum beklagte die Spinnerin den Reiſenden? duf welche gegenwärtige oder zukünftige Gefahr ſpielte ſie an?
Dies werden wir wahrſcheinlich erfahren, wenn wir zur Venta zum Maurenkönig den zierlichen Ca⸗ ballero begleiten.
Um bis zu der Venta zu kommen, welche zu er⸗ reichen er ſo große Eile zu haben ſchien, mußte er noch durch zwei oder drei Terrainvertiefungen reiten, der ähnlich, in welcher ſich das Mädchen aufhielt, als er, ohne es anzuſchauen, vorüberzog. Im Hinter⸗ grunde von jedem dieſer Thälchen, wo der Weg kaum in einer Breite von achtzehn Fuß, dichte Maquis von Maſtixbäumen, Erdbeerbäumen und Myrten durch⸗ ſchneidend, ausgeführt war, erhoben ſich mehrere Kreuze, andeutend, die Nachbarſchaft der Venta habe die Reiſenden durchaus nicht vor dem Geſchicke be⸗ wahrt, das ſo gewöhnlich, daß diejenigen, welche noch auf denſelben Wegen reiſten, das Herz mit dem drei⸗ fachen Erze, von dem Horaz in Betreff des erſten See⸗ fahrers ſpricht, gepanzert haben mußten. Als er ſich


