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Süden die ſanfte, milde Schönheit der Jungfrau des Norden verband. Ihre Haare, die durch ihre außer⸗ ordentliche Schwärze den bläulichen Reflex des Flügels vom Raben erreichten, umrahmten auf den Hals nie⸗ derfallend ein vollkommen ovales, äußerſt würdevolles Geſicht. Große Augen, blau wie die Blüthen von Sinngrün, beſchattet von Wimpern und Brauen von der Farbe der Haare, ein matter, milchweißer Teint, Lip⸗ pen friſch wie Kirſchen, Zähne, um Perlen zu beſchä⸗ men, ein Hals, von dem jede Wogung die Anmuth und die Geſchmeidigkeit von dem des Schwanes hatte, Arme ein wenig lang, aber von vollkommener Form, eine Taille biegſam wie der Wuchs des Rohres, das ſich im See ſpiegelt, oder des Palmbaumes, der ſich in der Oaſe ſchaukelt, Füße, deren Blöße ihre Kleinheit und Zierlichkeit zu bewundern geſtattete, dies war das phyſiſche Geſammtweſen, auf das wir die Aufmerkſam⸗ keit des Leſers zu lenken uns erlauben.
Was ihr ſeltſam phantaſtiſches Coſtume betrifft, ſo beſtand dies aus einem Kranze von virginiſchem Jas⸗ min, deſſen dunkelgrüne Blätter und purpurrothe Früchte bewunderungswürdig mit dem Pechſchwarz ihrer Haare harmonirten. Ihr Hals war geſchmückt mit einer Kette beſtehend aus Ringen von der Größe eines Philipp d'or, welche, einander durchſchlingend, feſte, flammende Re⸗ flere von ſich gaben. Ihr bizarr geſchnittenes Kleid war gemacht von einem von jenen ſeidenen Stoffen, auf denen ein matter Streifen immer mit einem farbi⸗ gen abwechſeite, wie man ſie damals in Granada wob, und wie man ſie noch in Algier, in Tunis und in Smyrna fabricirt. Der Leib war umſchloſſen von einem ſevillaniſchen Gürtel mit goldenen Franſen, wie ihn noch in unſern Tagen der elegante Majo trägt, der, ſeine Guitarre unter dem Mantel, hingeht, um ſeiner Geliebten eine Serenade zu bringen. Wären der Gürtel und das Kleid neu geweſen, ſo würden ſie vielleicht den


