ten die Gewohnheit bei, uns unter uns, in der Colonie, wie man ſagt, zu heirathen; ich aber brach zuerſt mit dieſer Gewohnheit und heirathete eine Engländerin. Ich wohne fünfzehn Meilen von hier, im Dorfe Afhbourn, deſſen Pfarrer ich bin. Newſtead⸗Abbey iſt einer meiner Lieblingsausflüge, und mittelſt der Eiſenbahn, die uns in einer Stunde in ſeine Nähe führt, kann ich mir ein⸗ mal im Monat das Vergnügen machen, mit meiner Frau und meinen Kindern hier umherzuſpazieren.“
„Sie ſind ein großer Bewunderer des Verfaſſers von Childe Harold, mein Herr?“
„Ich geſtehe es... Das iſt, wenn nicht die reinſte, doch wenigſtens die kräftigſte Poeſie, welche gemacht wor⸗ den iſt; uͤberdies hat mein Vater, der vor mir Pfarrer von Aſhbourn war, Byron in der Zeit gekannt, die man die Zeit ſeiner Tollheiten nennt. Er ſah ihn ſei⸗
nen Kampf gegen die ſchottiſchen Reviews beginnen,
und ich habe noch in meinem Hauſe das Brouillon der fünfzig erſten Verſe ſeiner Satyre, die er meinem Vater, nachdem er ſie ihm vorgeleſen, geſchenkt hat.“
„Oh! wahrhaftig?*
„Auch ſteht mein Leben durch einen ſeltſamen Um⸗ ſtand mit dem Tode von Lord Byron in Verbindung,“ fuhr der junge Pfarrer fort.„Ich wurde geboren am 17. Juli 1824, während man den Leichnam des großen Dichters in die Gruft ſeiner Ahnen verſenkte; mein Vater, der dem Leichenbegängniſſe beigewohnt, fand, als er am Abend zurückkam, einen neuen Gaſt im Pfarr⸗ hauſe von Aſhbourn. Dieſer neue Gaſt war ich.“
„Ich hätte ſehr gewünſcht, Sie würden aus Zufall dieſes Bruchſtück der Satyre, dieſen erſten Erguß des Zorns, der in Europa ſo großes Aufſehen erregte und Byron zum Dichter weihte, mitgenommen haben.“
„Haben Sie ſeine Handſchrift nie geſehen?“
„Doch. Lord Byron ſtand in Verbindung mit einem meiner Freunde, deſſen Name Ihnen wahrſcheinlich nicht unbekannt iſt, denn dieſer Name iſt noch populärer


