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56.
Umſchloſſen war's von einem reichen Thal, Umringt von hohem Walde, wo die Eiche, So wie Caractacus des Feindes Stahl, Mit rieſ'gen Armen trotzt dem Blitzes⸗Streiche. Aus ihr entfliegt im frühſten Morgenſtrahl Der Vögel muntrer Schwarm, der farbenreiche. Der vierzehnend'ge Hirſch mit ſeiner Heerde Sucht Troſt am Bach nach näͤchtlicher Beſchwerde.
57.
Es wallte vor dem Haus ein klarer See, Durchſichtig, tief und breit, deß Spiegelglätte Ein Strom nährt, den des weiten Beckens Schnee Mehr Ruhe lehrt, als er gehalten hätte.
Die wilden Enten ſchnattern hier ihr Weh
Und niſten in dem ſchilfig⸗feuchten Bette.
Den Strand ſah man mit Laubgehölz umrändet, Das ſeinen Blick zur blauen Woge wendet.
58.
Des Beckens Ausſtrom war ein Waſſerfall, Aufſpritzt der Schaum mit Brauſen, bis dann tief, Wie ein geſtilltes Kind, der Fluthenſchwall In ſanfterem Gekräuſel ſich verlief,
Das dann als Bach hinfloß mit leiſem Hall, Der allgemach in dem Gehölz entſchlief,
Wo ſeine Wogen licht und dunkel wallen,
Wie juſt des Himmels Schatten drauf gefallen.
59.
Ein prächt'ger Reſt von einem Gothenbau (Als noch die Kirche römiſch) ſtand daneben, Ein großer Bogen, der, jetzt altergrau,
Einſt manchem ſchmucken Gange Schutz gegeben;


