Teil eines Werkes 
5.-11. Bdchn (1854)
Entstehung
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Petunias und das Eiſenkraut, wie der Klee, die Eſpar⸗ cette und die Lucerne auf einem Acker wachſen. Es ließ ſich nichts für das Auge ſo Blendendes denken, als dieſer große, weiß, blau und roth geſtickte Teppich.

Nachdem er mir Lady Holland mit der Hand ge⸗ zeigt hatte, entfernte ſich der Bediente.

Die Aufmerkſamkeit, die ſie auf ihre Lecture ver wandte, machte, daß ſie mich weder kommen ſah, noch hörte; nur blieb ich am Rande des Weges, dem ſie folgte, ſtehen, und der Schatten, den ich in dem Augen⸗ blicke, wo ſie vorüberging, auf ſie warf, machte, daß ſie ſich umdrehte.

Sie erwartete ſo entfernt nicht meinen Beſuch, daß ſie mich Anfangs nicht erkannte. Ihre Augen gingen indeſſen abwechſelnd von mir auf ihr Buch und von

ihrem Buche auf mich über; dann ſprach ſie mit einem reizenden Lächeln:

„Sehen Sie, was ich las.“

Und ſie reichte mir einen Band von Bragelonne, wohlverſtanden, Bruſſeler Ausgabe.

„Ich ſuchte Jemand, um mich bei Ihnen einzufüh⸗ ren, Madame, und ich vermuthete durchaus nicht, die Sache ſei ſchon gemacht.“

„Sie ſind hundertmal liebenswürdig, daß Sie ſich Ihres Verſprechens erinnert haben!« erwiederte ſte.„Ge⸗ ben Sie mir den Arm, daß ich Sie zu Lord Holland ühre!«

Ich gab den Arm dieſer, wie die Engländerinnen, aus Nebel und Thau gemachten und von einem bleichen Sonnenſtrahle belebten reizenden Frau, und ohne daß ich ſie ſich auf mich ſtuͤtzen fühlte, wandelte ich, von ihr geführt, nach einem Gewächshauſe, wo Lord Holland einem Secretär ſeine Diplomatiſchen Erinne⸗ rungen dictirte, ein vortreffliches Buch, in welchem, wie die drei edlen Metalle im Erze von Korinth, die Wiſſenſchaft des Staatsmannes, das höfliche Weſen des

Der Pfarrer von Aſhbourn. II. 25