Teil eines Werkes 
5.-11. Bdchn (1854)
Entstehung
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Die Wieſe iſt eine halbe Stunde lang; ſie iſt um⸗ geben von einem Gürtel hundertjähriger Bäume, welche eine breite Allee bilden, wo drei Wagen neben einander um den Rennpreis ſtreiten könnten. Und wenn ich ſage, es weide Vieh auf der Wieſe, ſo verſtehe ich darunter nicht ein paar weiß angemalte Schafe mit roſenfarbe⸗ nen Bändern, um die Kinder zu beluſtigen, und eine an einen Pfahl gebundene unglüͤckliche Ziege, die das Gras auf der ganzen Länge ihres Strickes abfrißt; nein, ich verſtehe darunter eine Herde von hundert Stück Hornvieh: Kühe, Ochſen, Stiere, liegend, wie⸗ derkäuend, brüllend und die vorübergehenden Reiſen⸗ den mit vorgeſtrecktem Halſe und ſtarren Augen an⸗ ſchauend.

Mein Wagen ſetzte mich beim Eingange der Ter⸗ raſſe ab.

Ich befürchtete nur Eines: Lord und Lady Holland, die ich, den Einen ſeit zehn Jahren, die Andere ſeit ſechs bis acht Monaten nicht geſehen, könnten in Paris, Florenz oder Neapel ſein.

Der Zufall wollte mir nicht alle Verdrießlichkeiten für einen Tag aufbewahren: meine hohen Wirthe wa⸗ ren im Parke.

Da aber der Park zwei bis drei(franzöſiſche) Meilen im Umfang hat; da er Gehölze, Berge, Ebenen, Obſt⸗ gärten, Prairien, Seen enthält, ſo übernahm es ein Bedienter, mich bis zu dem Punkte zu führen, den er die Blumenwieſe nannte.... Das war der Lieblings⸗ ort von Lady Holland..

Als wir auf einer Höhe angelangt waren, zeigte mir mein Führer ſeine edle Gebieterin, in ein weites Morgengewand von Batiſt gehüllt, einen azurblauen Capothut auf dem Kopfe, ein Buch in der Hand und mit langſamen Schritten dem Umfange einer wahren Blumenebene folgend. 1

Auf einem Raume von ungefähr einer Viertel⸗ meile wuchſen hier die Ritterſporne, die Geranien, die