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die unbegreifliche Traurigkeit, in der ich Jeannie wie⸗ derfand, zu motiviren ſchien.
Es iſt wahr, wenn ich die Augen aufſchlug, hatte ich vor mir die reizende Zeichnung, das geſegnete Häus⸗ chen und, am Fenſter dieſes Häuschens, meine Frau vorſtellend; doch dieſe Zeichnung, während ſie Jeannie ein Kompliment zugezogen, war ſie nicht zugleich die Veranlaſſung zu einer unangenehmen Rede geweſen?
In mir und um mich her ſprach alſo Alles von Haß, bis auf die Dinge, welche von Liebe ſprachen.
Da ich indeſſen den Ihnen, mein lieber Petrus, bekannten beharrlichen Willen hatte, ſo beſchloß ich, alle meine Befangenheiten zu beſiegen und endlich an mein Hochzeitgedicht zu gehen. Immer hatte ich wahr⸗ genommen, ich ſei ſchwerfällig für die Arbeit in Folge meiner Mahle; ich ſagte mir, es ſei nicht genug, den Himmel anzuſchauen, um darin die Begeiſterung zu finden, und meine Stirne mit der linken Hand zu preſſen, während die rechte den flüchtigen Rhythmus feſt⸗ zufaſſen ſuchte. Ich nahm alſo wieder die Feder, ſchrieb auf ein ſchönes weißes Blatt:„An Jeannie!“ und be⸗ gann einen wahren Kampf mit der Muſe.
Doch diesmal, wie immer, ſchien die Muſe, die ein Weib iſt, und die ihr höheres Weſen vielleicht noch launenhafter macht als die anderen Weiber, aller mei⸗ ner Anſtrengungen zu ſpotten: ſtatt mir lächelnd, die Liebe in den Augen und einen Roſenkranz auf der Stirne, zu erſcheinen, wie es ſich für diejenige geziemt, welche zu den ſüßen, zärtlichen, harmoniſchen Liedern inſpirirt,— ſo, wie dem ſingenden Horaz Lydia, dem ſin⸗ genden Tibull Delia, dem ſingenden Properz Cinthia erſchien,— erſchien ſie mir in einer rothen Umhüllung, mit ernſter Stirne und eine Peitſche in der Hand, wie ſie Perſius und Juvenal erſchienen iſt. Ich mochte immer⸗ hin in der poetiſchſten Sprache, die ich finden konnte, ſagen:„Nicht Du biſt es, Muſe Eumenide, nach der ich verlange! es iſt Deine Schweſter, die blonde Erato;


