Teil eines Werkes 
5.-11. Bdchn (1854)
Entstehung
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Welch ein Engel der Sanftmuth und der Reſigna⸗ tion! Mit welcher Stärke und mit welcher Geduld ertrug ſie alle Demüthigungen dieſer Emporkömmlinge!

Herr Stiff!... Was war denn Herr Stiff geweſen? ein elender Lackei, durch die Gunſt ſeines Herrn, dem er ſchmähliche Dienſte geleiſtet, zur Stelle eines Intendan⸗ ten erhoben!

Mademoiſelle Rogers!... Was war ſie denn, ehe ſte Madame Stiff wurde? Ich denke, nichts Großes. Die Tochter eines Handelsmannes, der, um dort zu ſterben, in die Fremde gezogen war, weil er ſeinen Verbindlichkei⸗ ten in der Heimath nicht Genüge geleiſtet, eine Tochter, die von ihrer Mutter verzogen, mehr als einmal die Frei⸗ heit, die ihr die gute Frau ließ, mißbraucht haben ſoll.

Und das ſind die Leute, welche Jeannie und mich verachteten; die, während ſie in ihrem Schloſſe bleiben kounten, wie wir in unſerem Pfarrhauſe blieben, ſich in unſer Leben miſchten, um es zu trüben und zu verdü⸗ ſtern.. in unſer fern, von ihnen, ſo ruhiges, ſo glück⸗ liches, ſo durchſichtiges Leben!

Dies waren die wenig chriſtlichen Gedanken, die ſich in meinem Geiſte umherwälzten, als mich der Schul⸗ meiſter darauf aufmerkſam machte, meine Geberden ſeien nicht die eines Pfarrers, der einen Todten zu ſei⸗ ner letzten Ruhe geleite, ſondern die des Anführers bei einem Aufruhr, der an der Spitze einer Schaar von Rebellen marſchire.

Mein lieber Petrus, es ſcheint, meine Aufregung

errieth ſich nach Außen durch ſo exorbitante Bewegun⸗ der Arme und Verdrehungen der Augen, daß hie⸗ h die Ermahnung des Schulmeiſters veranlaßt wurde. Die Ermahnung trug ihre Früchte: ich beruhigte überdies waren dieſe Leute abgegangen, und ich ee nie mehr zu ſehen; ich würde alſo nur meine neine gute, meine theure Jeannie wiederfinden, zurtsfeſt ich am andern Tage feiern ſollte.