Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1854)
Entstehung
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2⁵⁰

beſchloß ich, die Ungezogenheit nicht vorübergehen zu laſſen, ohne ſie aufzunehmen, und ich ſagte:

Darf ich dem Herrn Intendanten bemerken, daß ſeit mehr als drei Monaten Miß Smith Miſtreß Bemrode geworden iſt?

Miſtreß Bemrode! ah! Miſtreß Bemrode! Sie heißen alſo Bemrode, Sie, mein lieber Herr Paſtor? Was für einen ſonderbaren Namen haben Sie da ge⸗ wählt!

Ich wollte ihm etwas erwiedern; ſeine Frau ſchnitt mir das Wort ab.

Meine liebe Kleine, ſagte ſie,wohin thun Sie denn Ihre Dienſtboten? Ich habe noch nicht einen ein⸗ zigen geſehen, ſeitdem ich bei Ihnen bin, und ich glaubte ſogar zu bemerken, daß Sie mir die Thüre ſelbſt öffneten.

Madame, ſprach Jeannie mit wunderbarer Würde,wir ſind einfache Leute; ich bin die Tochter eines Pfarrers, mein Mann iſt Pfarrer; wahrſcheinlich würde das Einkommen der zwei vereinigten Pfarreien, der meines Mannes und der meines Vaters, nicht die Mittel geben, um damit die zwei Bedienten zu bezah⸗ len, welche auf dem Bocke Ihres Wagens ſitzen.

Ahl das iſt wahr, das iſt wahr, ſagte Herr Stiff; meine liebe Freundin, bedenken Sie, daß der Kutſcher fünfzig Pfund Sterling nebſt Koſt und Kleidung hat; daß der andere Burſche, der neben ihm ſitzt, fünf⸗ unddreißig Pfund bekommt, um durchaus nichts zu thun. Sie ſehen wohl, daß die Bemerkung von Miß Smith äußerſt richtig iſt, und daß, wenn man die fünf⸗ zig Pfund des Einen mit den fünfunddreißig des An⸗ dern vereinigte und Koſt und Kleidung beifügte, der Ertrag der zwei Pfarreien nicht hinreichen würde. Die⸗ ſer Taugenichts von einem Kutſcher, der nie einen Fuß auf die Erde ſetzt, verbraucht und beſchmutzt ganz allein für mehr als fuͤnfzehn Pfund Sterling jährlich ſeidene Strümpfe!

Sie ſehen wohl, verſetzte lächelnd Jeannie,ich habe Recht, daß ich mir keine Dienſtboten halte.