Druckschrift 
Der Pechvogel : Roman / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von G. Fink
Entstehung
Einzelbild herunterladen

323 des Rechtes und der Tugend zu Deiner Erkenntniß bringen ſollte. Ich weiß es wohl, Gott fordert mein Leben für das Wunder das er vollbringt; aber wenn mein Leben Dein und Hubertens Glück ſichert, ſo ſchwöre ich Dir, Richard, daß ich es ohne alles Bedauern hingebe.

Aber ich kann nicht glauben daß Du ſterben ſollſt, und zwar von meiner Hand ſterben, rief der Bildhauer, indem er ſich die Haare zerraufte; nein, nein, nein, das iſt nicht möglich!

Laß uns von der koſtbaren Zeit nichts ver⸗ lieren, Richard; dem Tod iſt alles möglich, er kann in dem Augenblick kommen wo ich mit Dir rede; er kann den Saz den ich ausſpreche entzweiſchneiden,

das angefangene Wort unvollendet laſſen; aber ich

will auch nicht ſterben, ohne daß Du mich verſichert haſt daß dein Schmerz ſich nicht bloß in leeren Ver⸗ wünſchungen äußern, ſondern daß er Dich zu beſſern Geſinnungen zurückführen ſoll, d. h. daß Du Dein Unrecht einſehen und Huberten die Genugthuung geben wirſt die Du ihr ſchuldeſt.

Richard ſchien einen heftigen Kampf zu kämpfen, aber er blieb ſtumm. Dieſes Schweigen erſchreckte Valentin.

Mein Gott! ſeufzte er, indem er eine An⸗ ſtrengung machte um ſeine Hände zum Himmel zu erheben; ich hatte gehofft daß mein Märtyrerthum nicht vergebens geweſen wäre.

Nun wohl, nein, rief der Bildhauer, das ſoll es nicht ſein! So unangenehme Folgen es für mich haben mag, ſo ſoll Huberte mein Weib werden. Ach dießmal kannſt Du mir glauben; ich ſhwöne es