291
— Mein Gott, warum dieſer und nicht der Andere! 3
An dieſem Tag begriff Huberte daß ſie doppelt verloren wäre, wenn nicht irgend ein kräftiger Ent⸗ ſchluß ſie der Leidenſchaft entriſſe die ſich ihrem Her⸗ zen offenbarte.
Sie verließ das Zimmer Valentins, verſchloß die Thüre und warf den Schlüſſel in ein Höſchen, auf welches eine Glasthüre die im Zimmer des armen Bijoutier das Fenſter⸗vorſtellte, ſowie die breiten Fenſter die der Werkſtatt Licht gaben, ſich öffneten.
Sie hatte bloß ein einziges Mittel um ehrſam zu bleiben, um dieſe Reinheit, dieſe Treue der Seele zu bewahren welche ſie Richard troz aller ſeiner Ver⸗ ſchuldungen gegen ſie widmen zu müſſen glaubte, nämlich wenn ſie ſich über ihr Unglück betäubte. Sie war entſchloſſen dieſes Ziel um jeden Preis zu er⸗ reichen.
Sie erwartete Richard, ging nicht zu Bett bevor er heimgekehrt war, und meldete ihm daß ſie ihn am folgenden Tag auf den Ball begleiten würde wohin er ſie ſchon ſo lange gern gebracht hätte.
Der Bildhauer empfing dieſe Nachricht mit großer Befriedigung; die Entführung des Fiſchermädchens von Varenne und die begleitenden Umſtände hatten in der Schifferwelt großen Lärm gemacht. Man hatte den Excommandanten der Möve gefragt warum er ſeine neue Geliebte nicht in die Geſellſchaften der Schiffer der obern Seine führe; man hatte ſchlechte Wize über ſeine Eiferſucht geriſſen, was jedoch ein ungerechter Vorwurf war, denn der Bildhauer machte viel lieber öffentlich Parade mit ſeiner Geliebten, 19


