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Welt mehr hoffte, mit Bangigkeit weil ihr Liebhaber ihr ſo oft wiederholt hatte ſie ſei vor Gott ſeine Frau, und ihrer Verbindung fehle nichts mehr als die von den Menſchen erfundene Beſtätigung, daß ſie dieſe Gedanken als ein neues Verbrechen betrachtete.
Sie hoffte daß ſie, wenn ſie verheirathet wäre, wenn ſie das Recht hätte ſich Zerſtreuungen zu gön⸗ nen die ſie in einer falſchen Stellung ſich verweigern zu müſſen glaubte, die nöthige Thatkraft finden würde um ihren Widerwillen zu überwinden und eine der Vergangenheit zugekehrte Sympathie zu vergeſſen welche ſie ſich ſelbſt nicht zu geſtehen wagte.
Aber die Zeit war vorangeſchritten; Richards flüchtige Neigung hatte ſich abgekühlt; er ſprach nichts mehr davon daß er den Banden welche ihn an das Opfer ſeiner Verführung knüpften die Weihe der Ge⸗ ſezlichkeit geben wolle, und als das junge Mädchen ihn ſchüchtern an das zu erinnern wagte was für ſie ein Anker des Heils geworden war, da antwortete er:
— Wir haben noch alle Zeit dazu.
Dieſe Antwort ſchlug Huberte vollends zu Bo⸗ den; ihre von Reue und Sehnſucht um die Ver⸗ gangenheit, von den Enttäuſchungen der Gegenwart und von den Schreckniſſen der Zukunft zerriſſene Seele überſtand alle Martern die ſie nur heimſuchen konnten.
Sie war zu ſanft und zugleich zu ſtolz um ſich zu beklagen, und deßhalb weinte ſie bloß; ſie ver⸗ ſenkte ſich in ihren Schmerz dem keine Zerſtreuung zu Theil wurde, denn, wie wir bereits geſehen ha⸗ ben, Richard ließ ſie den Tag und den größten Theil der Nacht über allein.
Dumas, Pechvogel. 19


