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nungsſchimmer ſtellte ſich ein; was er vor Augen hatte, das waren weder die Liebe noch die Betäu⸗
bungen des Laſters; es konnte die Reue ſein, aber es konnte auch die Verzweiflung dieſer ehrlichen Seele über die Lage ſein in welche ſie ſich hatte hineinreißen laſſen.
Richard ſprach mit außerordentlicher Heftigkeit, aber ſo leiſe, daß Valentin ſeine Worte nicht hören konnte. Von Zeit zu Zeit legte er die Hand an ſeine Bruſt, als wollte er ſein Herz als Zeugen für ſeine Worte anrufen; endlich hob er, wie ein ſchwörender Schauſpieler, ſeinen Arm in die Höhe.
Bei dieſer Geberde erheiterte ſich das Geſicht Hubertens, die ihn bisher mit ziemlicher Gleichgiltig⸗ keit anzuhören geſchienen hatte; Thränen traten in ihre Augen, ihr Blick wurde mild und ſanft; ſie er⸗ griff die Hand des Bildhauers und führte ſie mit einem Ausdruck der Dankbarkeit an ihre Lippen.
— Halten Sie Ihre Schwüre, Richard, ſagte ſie; dann werde ich nicht bloß den Kummer vergeſſen den Sie mir verurſacht haben, ſondern ich will auch meinerſeits ſchwören daß niemals ein Mann eine hingebendere und unterwürfigere Frau gefunden ha⸗ ben ſoll als Sie.
„Valentin lauſchte nicht länger; er entfloh ohne hinter ſich zu blicken.
Noch war er nicht um die Straßenecke gekommen, als er haſtige Tritte hinter ſich vernahm und ſeinen Namen laut rufen hörte.
Es war ihm als erkenne er die Stimme Richards.
Er hätte zehn Jahre ſeines Lebens dafür gege⸗ ben um ihm in dieſem Augenblicke ausweichen zu


