45
keit womit ſie dahineilte, ſowie das Bewußtſein der Gefahr welcher ihr Vater und ihr Gatte entgegen⸗ gingen, ſteigerten ihre Verzweiflung noch mehr.
Sie flog durch den Wald von Vincennes, kam bei Montreuil hinter diejenigen von unſern Solda⸗ ten die dem Schwarzenbergſchen Corps Stand hiel⸗ ten, und gelangte nach Belleville in dem Augenblick wo die Preußen von allen Seiten hereinbrachen.
Zum erſten Mal hörte die Frau des Waldauf⸗ ſehers das Gekniſter des Flintenfeuers in die feier⸗ liche Stimme der Kanonen ſich miſchen; jeder Schuß fand ein Echo in ihrem Herzen, es war ihr als müßte die Flinten⸗ oder Kanonenkugel deren Bote er war einen ihrer Theuern getroffen haben.
Aus allen ihren Stellungen vertrieben, von einem zwanzigfach überlegenen Feind erdrückt, wichen die Soldaten und Bürger welche für die Ehre der Fahne Frankreichs hatten ſterben wollen zwar zurück, kämpf⸗ ten aber fortwährend mit einer Entſchloſſenheit die ſich während dieſes ganzen Unglückstages nicht einen einzigen Augenblick verleugnete.
In der lezten Reihe ging der Marſchall Marmont mit zerriſſenen, pulvergeſchwärzten Kleidern, bar⸗ häuptig, eine Soldatenflinte in ſeiner verſtümmelten Hand, Schritt für Schritt die Rue de Paris hinab. Als er ſich umwandte, als er einen jener Rufe: Vorwärts! ausſtieß die man aus der Bruſt eines der Helden der Ilias hervorgekommen glaubte, als er zuerſt ſich auf die Preußen losſtürzte die ihm auf hundert Schritt folgten, wichen dieſe entſezt zurück.
ie ein von der Meute bedrängter Eber warf er ſich dann mit der Handvoll Tapferer die ihn umgab


