Fortſchritt in dieſem Bauweſen mit immer beißen⸗ deren Spöttereien empfing, wie der Fiſcher auf den Gipfel des Häuschens ſtieg und an das Kamin einen prächtigen Strauß von allen Frühlingsblumen heftete welche die Ufer ſeines vielgeliebten Fluſſes ihm zu liefern vermocht hatten.
Der Winzer lachte ſich halb krank über ein Ge⸗ bahren worin er eine unverzeihliche Anmaßung von Seiten eines ſo geringen Maurers erblickte. Er be⸗ ſchleunigte ſeine Arbeit um recht bald nach Chenne⸗ viere zurückzukommen und Luiſen von dieſer neuen Lächerlichkeit ihres alten Liebhabers zu erzählen.
Das Mädchen ſchien die Fröhlichkeit des Vaters nicht zu theilen; ſie erblaßte und blieb ſtumm; ſie ſaß den Reſt des Tages ganz nachdenklich da, und als der Abend kam, verſchloß ſie ſich unter dem Vor⸗ wand einer Unpäßlichkeit in ihr Stübchen.
Um Mitternacht hatte ſie ſich indeß noch nicht ſchlafen gelegt; ſie ging barfuß in dem ſchmalen Zimmerchen auf und ab; ſie weinte, ſie wand ihre
Arme, ſie befand ſich augenſcheinlich in einer gewalt⸗
ſamen Aufregung; zuweilen ſank ſie auf ihre Kniee und betete inbrünſtig.
Ein kleiner Kieſelſtein der an ihr Fenſter flog unterbrach ihre Gebete; ſie erhob ſich haſtig, öffnete das Fenſter und ſah Franz Guichard rittlings auf der Mauer ſizen die nach der Straße zu ſah.
— Ach mein Gott! murmelte ſie, wenn mein Vater erwachte! Wenn er ihn ſähe! Er würde ihn vielleicht tödten!
Dieſer Gedanke ſchien über alle unſchlüſſige Be⸗
denken obzuſiegen.


