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lor. Als eines Tags Herr von Montluc durch ein kleines Dorf zog und von allen Behörden die Rich⸗ ter ausgenommen bewillkommnet wurde, beſchloß er, ſich für dieſe Unhöflichkeit zu rächen; er erkundigte ſich zu dieſem Ende und erfuhr, es ſollte am andern Tage Gericht über zwölf Hugenotten gehalten wer⸗ den; er begab ſich ins Gefängniß, trat in die ge⸗ meinſchaftliche Stube und fragte:„„Wer iſt Huge⸗ nott hier?““ Pilletrouſſe, der Herrn von Montluc als wüthenden Hugenotten gekannt hatte und nicht wußte, daß er, wie der Baron des Adrets, die Religion ge⸗ wechſelt, befand ſich in dieſer Stube, ich weiß nicht welcher Erbärmlichkeit bezüchtigt; er glaubte, Herr von Montluc frage, welche die Hugenotten ſeien, um ſie frei zu laſſen; durchaus nicht: um ſie henken zu laſſen! Als der arme Pilletrouſſe ſah, um was es ſich handelte, proteſtirte er aus Leibeskräften; doch er mochte immerhin proteſtiren, man hielt ſich an ſeine erſte Erklärung, und er wurde als Zwölfter gehenkt? Wer war am andern Tage angeführt? Die Richter, da ſie Niemand mehr zu richten hatten. Mittlerweile war aber der arme Pilletrouſſe todt.“
„Requiescat in pace!“ ſagte einer von den Zuhörern.
„Der Wunſch iſt chriſtlich, mein Edelmann,“ er⸗ wiederte der Bettler,„und ich danke Euch im Namen meines Freundes.“
„Und der Achte?“ fragte eine Stimme.
„Der Achte hieß Jean Chryſoſtome Procope; er war Nieder⸗Normann...“
„Der König, meine Herren! der König!“ rief eine Stimme.


