Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1856)
Entstehung
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Emanuel, Leona gegebenen Verſprechen unterrichtet? und wie kam es, daß in dem Augenblicke, wo er mit Scianca Ferro über die Veränderung ſeines Reiſeplanes ſprechen wollte, dieſer bei ihm erſchienen war und zuerſt mit ihm darüber geſprochen hatte?

Das Abendbrod war traurig. Die Prinzeſſin Margarethe fühlte ſich müde; Emanuel Philibert ſeinerſeits ſchützte das Bedürfniß der Ruhe vor und zog ſich gegen zehn Uhr in ſein Zimmer zurück. Es ſchien ihm, jeden Augenblick müſſe ein Bote mit ſchlimmen Nachrichten ankommen.

Er ließ einen Mann vor der Thüre wachen und einen andern im Vorzimmer, damit man ihn zu jeder Stunde der Nacht aufwecken und, wenn ſich etwas zu⸗ trüge, ihm mittheilen könnte, was vorgefallen.

Es ſchlug elf Uhr; Emanuel öffnete ſein Fenſter: der Himmel war mit Sternen beſäet, die Atmoſphäre war ruhig und rein. Ein Vogel ſang in einem Gra⸗ natgebüſche, und es ſchien dem Herzog, es ſei der⸗ ſelbe Vogel, deſſen Geſang er in Oleggio gehört hatte.

Nach einer halben Stunde ſchloß er ſein Fenſter wieder und ſtützte ſich mit den Ellenbogen auf ſeinen mit Papieren bedeckten Tiſch.

Allmälig trübten ſich ſeine Augen, wurden ſeine Augenlider ſchwer; er hörte unbeſtimmt die erſten Schläge von Mitternacht ertönen; dann kam es ihm vor, als ſähe er wie durch eine Wolke die Thüre ſeines Zimmers ſich öffnen und Etwas, was einem Schatten glich, herbeiſchreiten. 2

Der Schatten näherte ſich, neigte ſich gegen ihn und flüſterte ſeinen Namen.

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