Die Straße von San⸗Remo nach Albenga.
Emanuel Philibert hatte in Nizza der Prinzeſſin Margarethe Rendez⸗vous gegeben, einmal, um ſeine getreue Stadt durch eine neue Gunſt zu belohnen; und dann, da die Reiſe der Prinzeſſin im Monat Januar ſtattfinden ſollte, wollte er ihr ſein Herzog⸗ thum durch ſein lachendes Angeſicht, durch den ewi⸗ gen Frühling von Nizza und Oneglia zeigen.
Die Herzogin Margarethe kam wirklich am 15. Ja⸗ nuar an und landete im Hafen von Villefranche; ſie war lange durch die Feſte, die man ihr in Mar⸗ ſeille gegeben, aufgehalten worden; Marſeille hatte ihr zugleich als der Tante von Karl IX. und als der Herzogin von Savoyen gehuldigt; und unter dieſem Titel hatte ihr die alte Phocäer Stadt tauſend Ehren erwieſen.
Der Herzog und die Herzogin blieben vier Mo⸗ nate in Nizza.
Der Herzog benützte dieſe Zeit, um den Bau der Galeeren, den er befohlen hatte, zu betreiben.— Ein calabreſiſcher Corſar Namens Occhiati, ein chriſt⸗ licher Renegat, der Muſelmann geworden war, hatte Landungen in Corſica und auf der Küſte von Tos⸗ cana bewerkſtelligt; man behauptete ſogar ein ver⸗ dächtiges Schiff in den Gewäſſern an der Küſte von Genua geſehen zu haben.
Endlich, am Anfange des März, mit dem erſten Hauche des lauen italieniſchen Fühlings, der die müde Bruſt ſo ſanft liebkoſt, beſchloß Emanuel ſeine Abreiſe.


