316
„Was gibt es?“ fragte Emanuel Philibert;„und warum mißhandelt man dieſe braven Leute?“
„Ah! Ihr ſeid es, gnädigſter Herr; ich will Euch das erzählen,“ ſagte der Bauer, der ſich dem Prin⸗ zen näherte,— die Arme beladen mit Kohl, Rüben und Lattich, und die Krämpe ſeines Hutes zwiſchen den Zähnen haltend, als wollte er ſein picardiſches Patois noch unverſtändlicher machen.
„Teufel!“ murmelte Emanuel Philibert,„ich
werde vielleicht einige Mühe haben, um zu verſtehen,
was Ihr mir da ſagt, mein Freund! Ich ſpreche
vollkommen Italieniſch, leidlich Spaniſch, ziemlich gut*
Franzöſiſch, ein wenig Deutſch, picardiſches Patois aber gar nicht.“
„Gleichviel, ich will Euch das immerhin erzäh⸗ len... Ah! es iſt mir ein ſchlimmer Streich be⸗ gegnet! und meinem Eſel auch, und meiner Tochter auch!“
„Meine Freunde,“ ſprach Emanuel Philibert, „iſt Einer unter Euch, der mir ins Franzöſiſche, ins Italieniſche oder ins Deutſche die Beſchwerden dieſes Mannes überſetzen kann?“
„Ins Franzöſiſche?“ erwiederte der Bauer be⸗ ſtändig in ſeinem Patois...„Da ſteht meine Toch⸗ ter Yvonnette, welche in Penſion in der Rue de la Somme⸗Rouche in Saint⸗Quentin geweſen iſt; ſie wird Franzöſiſch mit Euch ſchwatzen wie unſer Pfarrer... Oh! wenn es nur das iſt, dann iſt es gut! Sprich, Ywonnette, ſprich!“
Das Mädchen trat ſchüchtern und erröthend vor und ſagte:
„Gnädigſter Herr, entſchuldigt meinen Vater...
—
——
————


