Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Majeſtät erinnere ſich des Königs Tarquinius, wie er die höchſten Mohnköpfe, die im Garten wuchſen, abſchlug; nichts darf zu hoch wachſen im Garten der Könige, nicht einmal die Prinzen! Eure Majeſtät, fügte er bei, werde vollkommen begreifen, was dieſe Worte beſagen, und auf welches Glück ſie anſpielen.

Ja, murmelte der König von Spanien,ja, hierin erkenne ich die Klugheit meines getreuen Al⸗ varez... Ich habe in der That begriffen, Don Luis, und ich danke ihm. Ihr, was Euch betrifft, ruht aus und laßt Euch von meinen Leuten Alles geben, was Ihr nöthig habt.

Don Luis verbeugte ſich, ging ab, und der Vorhang fiel wieder hinter ihm nieder.

Laſſen wir den König nach Muße über den Brief mit dem biſchöflichen Wappen und über die mündliche Botſchaft des Herzogs von Alba nachſinnen, und gehen wir unter ein anderes Zelt, das von dem ſeinigen nur einen Flintenſchuß entfernt iſt.

Dieſes iſt das Zelt von Emanuel Philibert.

Emanuel Philibert neigt ſich über ein Feldbett, auf dem ein Verwundeter liegt; ein Arzt nimmt den Verband von einer Wunde ab, die nichts Anderes als eine Quetſchung auf der linken Seite der Bruſt zu ſein ſcheint, während man jedoch nach der Bläſſe und der Schwäche des Verletzten beurtheilen kann, daß es etwas Bedeutenderes iſt.

Das Geſicht des Arztes ſcheint ſich indeſſen auf⸗ zuheitern bei der Betrachtung der entſetzlichen Blut⸗ unterlaufung, von der man hätte denken ſollen, ſie