Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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er den Kopf aufrichtete, und unter ſeinen blinzeln⸗ den Lidern ſchien ſein trübes Auge zu ſuchen, wer derjenige ſei, welcher ſo große Eile habe, um ſich in ſeiner Gegenwart zu befinden.

Es waren kaum ein paar Secunden verlaufen, als ſich der Vorhang, der den Eingang des Zeltes ſchloß, erhob und einer von ſeinen Dienern, welcher bis mitten in die Lager die Etiquette von Burgos und Valladolid verſetzte, dem König meldete:

Seine Excellenz Don Luis de Vargas, Secretär Seiner Durchlaucht des Herzogs von Alba.

Philipp ſtieß einen Freudenſchrei aus; ſodann, als ſchämte er ſich ſich ſelbſt gegenüber, daß er ſich die⸗ ſem erſten Eindrucke überlaſſen hatte, legte er ſich gewiſſer Maßen ein kurzes Stillſchweigen auf und ſprach endlich mit einer Stimme, in der man un⸗ möglich die geringſte, angenehme oder unangenehme, Gemüthsbewegung unterſcheiden konnte:

Laßt Don Luis de Vargas eintreten.

Don Luis trat ein.

Der Bote war mit Schweiß und Staub bedeckt; die Bläſſe ſeiner Stirne bezeichnete die Strapazen einer langen Reiſe; der Schaum, der ſein Roß be⸗ deckte und die innere Seite ſeiner Stiefel befeuchtete, zeugte davon, wie ſehr er ſich beeilt hatte, um anzu⸗ kommen. Und dennoch, nachdem die Meldung ge⸗ macht war, blieb er, unbeweglich und den Hut in der Hand, zehn Schritte von König Philipp II. ſtehen und wartete, um die Nachrichten zu ſagen, die er brachte, bis der König ihn angeredet hatte.

Dieſe Unterwürfigkeit gegen das Geſetz der Eti⸗ quette, das erſte von allen Geſetzen in Spanien,