299
Pferde dahin begeben, um Euch näher zu ſein, und nach der großen Anzahl, in der Ihr anweſend, wird ſie Eure Liebe beurtheilen. Vergeßt nicht die Fackeln und die Illuminationen.“
Es erſcholl ein ungeheures Vivat, und die Kö⸗ nigin konnte von da an ſicher ſein, daß dieſe ganze Bevölkerung, die ſie ſich durch ein paar Worte er⸗ worben hatte, wie die von Saint⸗Quentin bereit war, alle Opfer zu bringen, ſelbſt das des Lebens.
Catharina von Medici kehrte in Begleitung von Dandelot in den Louvre zurück; ſogleich wurde der Cardinal von Lothringen berufen, mit dem Befehle, die Behörden der Stadt, Bürgermeiſter, Schöppen, Handelsvorſteher, Gemeindeanwälte, Abends um neun Uhr auf dem Stadthauſe zu verſammeln.
Man hat ſchon geſehen, daß Dandelot geſchickt in Scene zu ſetzen verſtand; er hatte dieſe Stunde als die des Effectes gewählt.
Die meiſten Leute, welche vor dem Thore des Louvre verſammelt waren, beſchloſſen, um ſicher zu ſein, ſie werden zum königlichen Cortége gehören, und zu⸗ gleich, damit ihnen Niemand die erſten Plätze nähme, ſich nicht von dem Poſten, wo ſie waren, zu rühren; nur Einige gingen als Boten der Maſſen weg, um Fackeln zu kaufen.
Andererſeits zogen jene Volksherolde, welche bei allen großen Ereigniſſen ſich ſelbſt zu öffentlichen Ausrufern weihen, durch die Straßen, die vom Louvre nach dem Stadthauſe führten, und riefen:
„Bürger von Paris, erleuchtet Eure Fenſter: die Königin Catharina von Medici, die ſich nach dem Stadthauſe begibt, wird vorüberkommen.“


