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„Meine Herren,“ ſprach er,„ich habe Euch rufen laſſen, denn der Gegenſtand, über den ich Euch zu Rathe ziehen muß, iſt ernſt. Herr von Nemours iſt von Italien angekommen, wo die Angelegenheiten in Folge des Wortbruches Seiner Heiligkeit und des Verrathes der Mehrzahl unſerer Verbündeten ſchlecht ſtehen. Alles war Anfangs vortrefflich: Herr von Strozzi nahm Oſtia; allerdings verloren wir in den Gräben der Stadt Herrn von Montlue, einen wackern, würdigen Edelmann, meine Herren, für deſſen Seele zu beten ich Euch erſuche. Dann zog ſich der Herzog von Alba, da er die nahe bevorſtehende Ankunft Eures erhabenen Bruders, mein lieber Cardinal, er⸗ fuhr, nach Neapel zurück. Alle Plätze in der Gegend von Rom wurden hienach von den Unſern beſetzt. In der That, nachdem er durch das Malländiſche gezogen, marſchirte der Herzog gegen Reggio, wo ihn ſein Schwager, der Herzog von Ferrara, mit ſechstauſend Mann Fußvolk und achthundert Reitern erwartete. Hier wurde ein Rath zwiſchen dem Car⸗ dinal Caraffa und Jean von Lodève, Geſandten des Königs, gehalten. Die Einen dachten, man müſſe Cremona oder Pavia angreifen, während der Mar⸗ ſchall von Briſſac die Feinde im Athem erhalten würde. Andere ſtellten vor, ehe man Zeit gehabt hätte, ſich dieſer zwei Plätze zu bemächtigen, welche zu den ſtärkſten Italiens gehören, würde der Herzog von Alba ſeine Armee durch Aushebungen in Tos⸗ cana und im Königreiche Neapel verdoppelt haben. Der Cardinal Caraffa war anderer Meinung: er ſchlug vor, in die Mark Ancona durch die Terra di Lavoro einzudringen, deren ſchlecht befeſtigte Plätze
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