Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Verſuchung; ſchreien die Lümmel, ſo werft ſie ins Feuer! ſondern erlöſe uns von dem Uebel. Amen!

Das nannte man die Paternoſter des Connetable.

So war der Mann, den beim Eintritte in ſein Cabinet Heinrich II. dem feinen, dem geiſtreichen, dem ariſtokratiſchen Cardinal von Lothringen, dem höflichſten Kirchenfürſten und dem gewandteſten Po⸗ litiker⸗Prälaten ſeiner Zeit, gegenüberſitzend fand.

Man begreift, welche Oppoſition ſich einander dieſe zwei ſo durchaus entgegengeſetzten Naturen machten, und welche Uneinigkeit in den Staat dieſe rivalen Ehrgeize bringen mußten.

Und dies um ſo mehr, als die Familie Mont⸗ morency kaum weniger zahlreich war, als die Fa⸗ milie Guiſe, denn der Connetable hatte fünf Söhne: die Herren von Montmorency, von Amville, von Mäéru, von Montbron und von Thoré, und fünf Töchter, von denen vier an die Herren von la Tré⸗ mouille, von Turenne, von Ventadour und von Candale verheirathet waren, während die fünfte, die Schönſte von Allen, Aebtiſſin von St. Peter in Rheims wurde.

Man mußte aber dieſe ganze reiche Nachkom⸗ menſchaft unterbringen, und der Connetable war zu geizig, um für die Unterbringung zu ſorgen, ſo lange der König da war.

Als ſie Heinrich erblickten, ſtanden Alle auf und entblößten ſich.

Der König grüßte Montmorency mit einer freund⸗ ſchaftlichen Geberde, indeß er an Karl von Lothringen eine ehrfurchts svolle Kopfverbeugung richtete.