Teil eines Werkes 
5.-10. Bdchn (1852)
Entstehung
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Oh! Madame, erwiederte Mailly, nich bitte Sie, nehmen Sie immerhin eine Rolle darin an.

Keinesweges, mein Herr. Ich habe nicht die Gewohnheit, auf Dinge zu antworten, die ich nicht verſtehe.

Oh! ſeien Sie unbeſorgt, ich werde mich ver⸗ ſtändlich machen. Das wird nicht lange dauern. Dieſe Dame, welche der König gewählt haben ſoll, man möchte gern wiſſen, ob ſie die Huldigungen des Königs annehmen wird, und da Sie ſie kennen, ſo beauftragt man mich, Sie um Ihre Meinung zu fragen.

Mein Herr, das iſt ein trauriger Auftrag für einen guten Edelmann. Ich bin, da ich Sie kenne, er⸗ ſtaunt, daß Sie ihn übernommen haben.

Ich bitte, Madame, erbittern Sie ſich nicht; Sie urtheilen zu raſch. Wenn ich den Auftrag übernommen, ſo hatte ich meine Beweggründe.

Welche, mein Herr?

Ich kenne dieſe Dame auch.

Dann beſorgen Sie Ihren Auftrag ſelbſt.

Ich thue das. Dieſe Dame ſind Sie.

Ich, rief Louiſe,ich bin es, der der König huldigt?

Sie ſprach dieſe wenigen Worte mit einer ſo un⸗ klugen Lebhaftigkeit, daß Herr von Mailly, wäre er nicht blind geweſen, ihre Bewegung nicht dem Zorne zugeſchrieben haben würde.

Sie ſelbſt, wiederholte er.

Sie blieb einige Augenblicke in Gedanken verſunken.

Das iſt unmöglich, ſagte ſie endlich.

Wollen Sie glauben, daß ich gut unterrichtet bin?

Oh!l durch wen?

Daran iſt Ihnen wenig gelegen. Was Sie ſuchen, iſt nicht dieſes;: Sie möoͤchten vielleicht gern, daß man Sie weiter unterrichten würde.

Ich verſtehe Sie nicht.

Ein Gatte, welcher ſpricht, iſt nie verſtändlich.

Aber, mein Herr, Sie vergeſſen, daß Sie nicht mein Gatte ſind!